Kids + Wasserflaschen = Bottle-Flip, die neue Challenge, die alle nervt.

Hier sicher nicht!“ schreie ich als Sophie eine halbleere (oder halbvolle, aber hier eher die pessimistische Variante) Wasserflasche auf den Esstisch schleudert. Seit Tagen das gleiche Nerv tötende Geräusch PLOMP – PLOMP – KRK – PLOMP. Es hallt durch das ganze Haus, obwohl die Kids eigentlich nicht so nah sein können. Es nervt. Es ist laut. Und es hört gar nicht mehr auf.

Aber was ist hier los? Habt ihr es auch schon gehört?

Bottle Flip

Eigentlich nicht ganz neu, hat diese neue „Challenge“ jetzt wohl auch unser Heim erreicht. Vor ein paar Tagen beim U10-Basketballmatch habe ich mich noch gewundert, warum die Jungs alle ihre Wasserflaschen herumschleudern. Hört auf, die werden doch kaputt! Aber nein – weder werden die Flaschen kaputt, noch hören die Jungs auf. Sie nehmen ihre Flaschen, werfen sie in die Luft und warten bis sie wieder am Boden landen. Sie nehmen ihre Flaschen, werfen sie in die Luft und warten bis sie wieder am Boden landen. Sie nehmen ihre Flaschen, werfen sie in die Luft und warten bis sie wieder am Boden landen. Aha! Und ja, es nervt. PLOMP – PLOMP – KRK – PLOMP

Talent muss man haben

Erfreulicherweise wurde mir mittlerweile erklärt, was es mit dem Flaschenherumwerfen auf sich hat. Und jetzt wird mir erst bewusst, wie viele Jugendliche ich schon dabei beobachtet habe, ohne mir etwas dabei zu denken.

Begonnen hat wohl alles wieder mal mit einem Youtube-Video, das mittlerweile weit über 6 Mio. mal angeklickt wurde.

Es zeigt einen Burschen, der für einen Talentwettbewerb – ja, ihr habt richtig gelesen: Talent! – vorgeführt hat, wie cool er eine Wasserflasche auf einen kleinen Stehtisch vor sich werfen bzw. „flippen“ kann. D.h. die Flasche macht zwischen Abwurf und Landung eine Rückwärtsdrehung.

Das Video ging innerhalb kürzester Zeit um die Welt. Wie schon bei der „ice bucket challenge“ wurden auch bei der „flip bottle challenge“ andere Personen nominiert, was die Verbreitung noch weiter beschleunigt und verstärkt hat.

Tausende Jugendliche auf der Welt werfen seither ihre Flaschen herum und hoffen darauf, dass sie stehend wieder landen. Googelt man den Begriff, findet man vor allem Videos. Videos mit „bottle flippenden“ Teenagern, Anleitungen und immer extremere Flips.

Wie gesagt – auch bei uns wird neuerdings bottle geflippt (oder wie sagt man da auch Deutsch?). Kurz habe ich mir das angesehen und fasse hier zusammen, worum´s geht. 🙂

  1. Man nimmt eine zu 1/3 gefüllte Wasserflasche. Idealerweise eine mit „Taille“ – das hilft später beim Landen.
  2. Die Flasche am oberen Ende beim Hals bzw. Verschluss halten.
  3. Locker aus dem Handgelenk mit einem „Back-flip“ von sich werfen, d.h. beim Werfen macht sie eine Rückwärtsdrehung.
  4. Sobald die Flasche in der Luft ist, wird das meiste Wasser im unteren (breiteren) Teil der Flasche sein (da gibt´s sicher irgendein physikalisches Gesetz … aber eh logisch – wo mehr Platz ist, passt mehr Wasser hin)
  5. Hoffen
  6. Zusehen, wie und wo die Flasche landet.
  7. Wenn sie nun aufrecht steht, ist euer Flip gelungen. PLOMP oder
    7a. Wenn sie irgendwo herumliegt…. KRK…. hat man wohl ein anderes Talent.

Bottle Flip, der neue Jugend-Hype, der alle nervt

Sophie und Sebastian haben netterweise einen Raum gefunden, der ausreichend weit weg oder ausreichend gut schallisoliert ist, dass wir hier im Wohnzimmer kein Geflippe mehr hören. Mir soll´s recht sein – das ist mir auf jeden Fall lieber als wenn sie sich einen Kübel Eiswürfel über den Kopf leeren.

Also warten wir mal ab, wie lang dieser Hype bei den Kids noch halten wird und wann der nächste – und vor allem welcher – auftaucht.

Viel Spaß beim „bottle-flippen“!

 

Drehmoment + Flüssigkeitsdynamik

Und wenn euch die Physik dahinter interessiert, empfehlen wir euch folgenden Link: The complex physics of that viral water bottle trick, explained (klick)

 

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