Mit Sneakers ins Büro? – oder: Ich werfe meine Prinzipien über Bord

Mit Sneakers ins Büro?

„Du bist aber leger!“ höre ich statt eines „Hallo!“, das dann etwas später kommt.

Ich treffe eine Freundin zum Lunch in meiner kurzen Mittagspause – zum Running Sushi soll´s gehen. Es ist ein ganz normaler Bürotag – kein Kundentermin, kein Meeting, einfach nur zehn Stunden Arbeit. Da finde ich es mittlerweile einfach praktisch, mit Sportschuhen, Sneakers oder Ballerinas im Office zu erscheinen. Aber geht das? Sie meint „Nein!“.

Mit Sneakers ins Büro?

Vor einigen Jahren wäre das für mich noch völlig unvorstellbar gewesen. Tagtäglich hatte ich die Wahl zwischen Hosenanzug oder Kostum? Schwarz, grau, beige,… wenig Farbe, immer sehr klassisch. Und natürlich mit hohen Schuhen. Keine Mega-Heels, aber doch einige Zentimeter. Zu einem Rock sehen flache Schuhe ohnehin schrecklich aus und selbst zur Hose, kommt man mit höheren Schuhen einfach anders rüber.

Die Zeiten ändern sich. Erfreulicherweise.

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Ich bin ja nicht mehr ganz so jung und wenn ich mich so umsehe – egal ob in meinem Büro oder bei meinen externen Gesprächspartnern – es gibt keine Kostüme mehr. Keine Hosenanzüge. Wo das hingekommen ist, weiß ich nicht. Und ich bin sicher, dass es das noch gibt – nicht aber in meinem Umfeld!

Möchte ich also so weitermachen wie die letzten Jahre? Passe ich da noch dazu oder macht mich das alles nur noch älter?

Diese Frage hat sich mir in den letzten paar Jahren immer mehr aufgedrängt und mittlerweile ist es so, dass ich nur noch mit Hosenanzug oder Kostüm zu sehen bin, wenn ich besondere Termine habe; wenn ich weiß, dass mein Gegenüber auch so ähnlich gekleidet sein wird. Bin ich aber bei sehr jungen Gesprächspartnern, vermeide ich diesen Look mittlerweile fast komplett und kombiniere lieber eine schicke Hose oder einen Rock mit Top und Cardigan. Ich habe damit eher das Gefühl, „dazuzugehören“.

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Die Idee des Casual Friday, die bei meinem Praktikum in England vor vielen vielen Jahren sehr exakt gelebt wurde, habe ich schon längst übertragen. Die ersten Versuche, mit Jeans ins Büro zu gehen waren spannend. Erst noch kombiniert mit hübschen Pumps, wagte ich mich dann mal an Jeans mit Sportschuhen. Ein komisches Gefühl, aber unglaublich bequem. Und was passierte? Nichts. Niemand hat komisch geschaut. Niemanden hat es gestört. Wieso auch.

Ich arbeite ja mit Sportschuhen genauso gut oder schlecht wie mit Heels.

Dieser ganze Prozess ist jetzt schon so weit, dass ich eben fast nur noch mit flachen Schuhen ins Büro gehe. Meine Füße lieben mich dafür. Wenn ich meine Kolleginnen ansehe – zumindest die jüngeren – kommt keine mit hohen Schuhen. Sie kombinieren Röcke mit Sneakers, Hosen mit Espandrillos, etc. Die haben das schon viel früher kapiert als wir 40+, die sich jahrelang gequält haben. Für mich ist es mittlerweile ganz selbstverständlich, hübsche Hosen und Oberteile mit sportlicheren Schuhen zu kombinieren. Irgendwie mag ich diesen Stilbruch auch, der nur bei älteren Semestern noch einen fragenden Blick provoziert. Bei den junge hoffe ich nur, dass sie nicht denken:

„Dafür ist die aber zu alt“.

 

 

 

 

 

 

 

 

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