Selber denken! – oder: Wir wollen keine Mitläufer sein

Mal ehrlich – wie oft ertappen wir uns dabei, etwas nur deshalb zu tun, weil es alle machen? Etwas zu kaufen, weil es jetzt alle haben? Ein Kleidungsstück vor allem deshalb zu tragen, weil es gerade „in“ ist? Etwas zu sagen, weil wir glauben, dass das von uns erwartet wird?

Na, erwischt?!

Gleich vorweg: natürlich gilt es gewisse gesellschaftliche und kulturelle Normen einzuhalten, sich in einem gewissen Rahmen zu bewegen. Das vereinfacht das alltägliche Miteinander.

Doch wo ist der Punkt, an dem wir nicht mehr mitmachen? An dem wir unseren eigenen Weg gehen? Ganz unabhängig davon, was Andere davon halten.

Dazugehören ist wichtig - da bleibt die eigene Meinung manchmal auf der Strecke.
Dazugehören ist wichtig – da bleibt die eigene Meinung manchmal auf der Strecke.

 

Was für uns Erwachsene einfach/er scheint, kann für Kinder und Jugendliche deutlich schwieriger sein. Sie suchen Bestätigung, wollen dazu gehören und beliebt sein. Wenn drei Mädchen aus der Klasse im Drogeriemarkt den neuesten Lippenbalsam kaufen, wird so etwas rasch zu einem „must have“, das man auch möchte, ganz egal, ob man es wirklich so toll findet oder nicht. Wenn plötzlich alle mit Fransentops herumlaufen, ist es egal ob einem das wirklich gefällt. Alle haben es – wir wollen es auch!

Das sind ganz harmlose Dinge, der „Schaden“ hält sich in Grenzen. Doch was, wenn die Kids älter werden. Wenn es nicht mehr der Lippenbalsam und das Top sind, sondern die Zigaretten, der Alkohol, Drogen, aber auch politische Ausrichtungen?

Wie können wir unsere Kinder so erziehen, dass sie sich ihre eigene Meinung bilden? Dass sie aktiv über Sachverhalte nachdenken. Dass sie für sich überlegen, was gut ist für sie.

Selbst denken und entscheiden, was für einen ist - dort wollen wir hin.
Selbst denken und entscheiden, was für einen gut ist – dort wollen wir hin.

 

Bei uns gibt es den Spruch „Selber denken!“

Diesen hören die Kids sehr oft. Nervig oft. Ich lasse fast keine Möglichkeit aus, ihn anzubringen.

Kinder übernehmen rasch Meinungen. Sie sind leicht zu beeinflussen – v.a. von Erwachsenen oder Peers.  Ich erlaube uns daher, ihre Ansichten immer wieder mal zu hinterfragen.  Ich versuche, die Fakten zu einem Thema möglichst sachlich darzulegen. Positive wie negative Seiten werden beleuchtet, Vor- und Nachteile angesprochen. (Zugegeben – das ist nicht immer einfach, denn ich habe ja auch eine Meinung.)

Dann lasse ich sie nachdenken. Sie sollen versuchen, daraus eine eigene Meinung zu entwickeln. Sollen versuchen, in sich hineinzuhören. Ehrlich sein. Hinterfragen. Kombinieren.

Motivieren wir unsere Kids zum "Selber denken!" und helfen ihnen dabei
Motivieren wir unsere Kids zum „Selber denken!“ und helfen ihnen dabei

 

Dass das mit 8 und 10 Jahren noch nicht immer so einfach ist, ist klar. Ich denke aber, man kann nie früh genug damit anfangen, Dinge eigenständig zu betrachten und zu hinterfragen.

Ich würde mir wünschen, dass die Beiden sich das „Selber denken!“ merken. Dass es automatisch aufscheint, wenn sie in einer Situation sind, die verschiedene Möglichkeiten bietet. Ich würde mir wünschen, dass sie spüren, was gut ist für sie und was nicht. Dass sie merken, wann sie Mitläufer sind und wann sie sich aktiv für etwas entschieden haben.

Aktiv zu handeln ist nicht für uns Erwachsene wichtig, sondern ganz besonders auch für Jugendliche. Vielleicht können wir ihnen ein wenig helfen.

Vielleicht wollt ihr uns ja schreiben, wie ihr das seht – wir freuen uns auf Kommentare.

 

 

 

 

 

 

 

 

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